Kündigung per Gerichtsvollzieher zustellen: Ablauf, Dauer, Kosten und wann es nicht reicht
Kurz gesagt: Die Zustellung durch den Gerichtsvollzieher (§ 132 BGB) ist günstig und beweiskräftig. Die Zustellungsurkunde ist eine öffentliche Urkunde. Ihr Nachteil: Sie bestimmen nicht, wann zugestellt wird. Zwischen Auftrag und Zustellung liegen oft Tage, manchmal Wochen. Für eine Frist, die diese Woche endet, scheidet der Weg meist aus. Dann übernimmt unser Bote: fester Tag, Einwurf innerhalb der Postzustellzeit, Protokoll mit Fotos und Zeuge.
So läuft die Zustellung über den Gerichtsvollzieher
- 1Auftrag an den zuständigen Gerichtsvollzieher
Zuständig ist der Gerichtsvollzieher am Wohnort des Empfängers. Den Auftrag reichen Sie über die Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle des dortigen Amtsgerichts ein, zusammen mit dem unterschriebenen Original der Kündigung. Der Gerichtsvollzieher darf einen Kostenvorschuss verlangen. Bis der bezahlt ist, passiert nichts.
- 2Zustellung mit Ersatzzustellung
Der Gerichtsvollzieher versucht, das Schreiben persönlich zu übergeben. Trifft er niemanden an, darf er es einem Angehörigen übergeben oder in den Briefkasten einlegen (§§ 178, 180 ZPO). Auch dann gilt die Kündigung als zugestellt.
- 3Die Zustellungsurkunde
Der Gerichtsvollzieher beurkundet Datum, Art der Zustellung und das zugestellte Schriftstück. Die Urkunde ist eine öffentliche Urkunde und beweist die beurkundeten Vorgänge voll (§ 418 ZPO). Sie erhalten sie per Post.
- 4Die Dauer bestimmen nicht Sie
Einen Termin sagt Ihnen der Gerichtsvollzieher nicht zu. Wie schnell er zustellt, hängt von seiner Auslastung, vom Vorschuss und davon ab, ob er den Empfänger antrifft. Zwischen Auftrag und Zustellung liegen oft mehrere Tage, in Stadtbezirken mit vielen Aufträgen auch Wochen.
Gerichtsvollzieher oder Bote: der Vergleich
| Gerichtsvollzieher | Kündigungsbote | |
|---|---|---|
| Beweiskraft | Öffentliche Urkunde, sehr hoch | Protokoll mit Fotos, Zeitstempel und Zeuge, gerichtsverwertbar |
| Inhalt des Schreibens | Gerichtsvollzieher erhält das Schreiben offen und bezeichnet es in der Urkunde | Bote sieht das Schreiben vor dem Verschließen und bezeugt es, liest aber nicht mit |
| Zustelltermin | Keine Zusage, Tage bis Wochen | Fester Tag, auf Wunsch noch heute |
| Uhrzeit | Nicht steuerbar | Einwurf innerhalb der üblichen Postzustellzeit, Uhrzeit im Protokoll |
| Mehrere Empfänger | Je Wohnort ein anderer Gerichtsvollzieher, je ein Auftrag | Ein Auftrag, ein Ansprechpartner, bundesweit am selben Tag |
| Rückmeldung | Urkunde per Post, nach Tagen | Protokoll per E-Mail, in der Regel am selben Tag |
| Kosten | Meist unter 30 € | Ab 179 € netto, Festpreis vorab |
Beide Wege sind rechtlich sauber. Der Unterschied liegt in der Planbarkeit. Haben Sie Zeit, ist der Gerichtsvollzieher eine gute Wahl. Zählt der Tag, brauchen Sie jemanden, der heute fährt.
Zustellung von Willenserklärungen durch den Gerichtsvollzieher: § 132 BGB in Verbindung mit §§ 192, 193 ZPO. Ersatzzustellung: §§ 178, 180 ZPO. Beweiskraft öffentlicher Urkunden: § 418 ZPO. Kosten: Gerichtsvollzieherkostengesetz (GvKostG). Zugang unter Abwesenden: § 130 BGB.
Dieser Beitrag gibt den Stand unserer Praxis wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Wie Sie im Einzelfall vorgehen sollten, klären Sie bitte mit Ihrer Anwältin oder Ihrem Anwalt.
Häufige Fragen
Wie beauftrage ich den Gerichtsvollzieher mit der Zustellung einer Kündigung?
Mit einem schriftlichen Zustellungsauftrag an die Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle des Amtsgerichts, in dessen Bezirk der Empfänger wohnt. Beilegen: das unterschriebene Original und eine Kopie für Ihre Akte. Geben Sie an, dass das Original zuzustellen ist, denn eine Kündigung braucht die Schriftform.
Was kostet die Zustellung durch den Gerichtsvollzieher?
Die Gebühren richten sich nach dem Gerichtsvollzieherkostengesetz: eine Zustellgebühr, eine Auslagenpauschale und Wegegeld nach Entfernung. In der Summe meist zwischen 15 und 30 Euro. Das ist deutlich günstiger als ein Bote. Dafür kaufen Sie keinen Termin.
Reicht die Zustellungsurkunde vor dem Arbeitsgericht?
Ja. Sie ist eine öffentliche Urkunde und beweist voll, was darin beurkundet ist: wann, wo und wie zugestellt wurde. Der Empfänger kann nur den Beweis antreten, dass die Urkunde unrichtig ist, und das gelingt selten.
Wann ist der Gerichtsvollzieher die richtige Wahl?
Wenn Sie zwei bis drei Wochen Zeit haben und kein fester Zustelltag nötig ist. Dann bekommen Sie für wenig Geld einen sehr guten Nachweis. Endet eine Frist in den nächsten Tagen, oder soll der Zugang an einem bestimmten Tag erfolgen, ist der Weg zu unsicher.
Und wann der Bote?
Wenn der Tag zählt: Probezeit, Wartezeit, fristlose Kündigung, Kündigungstermin zum Monatsende. Außerdem bei mehreren Empfängern an verschiedenen Orten, die am selben Tag zugehen sollen. Unser Bote fährt direkt, wirft innerhalb der Postzustellzeit ein und meldet sich in der Regel noch am selben Tag mit Protokoll und Fotos.
Weitere Fragen zur rechtssicheren Zustellung
- Bote, Einschreiben oder Gerichtsvollzieher – alle drei Wege im Vergleich
- Bis wann muss die Kündigung im Briefkasten liegen? – Zugang und Uhrzeit
- Fristlose Kündigung heute zustellen – wenn die Frist heute abläuft
- Mehrere Kündigungen am selben Tag – ein Auftrag, bundesweit
- Musterprotokoll ansehen – so sieht unsere Dokumentation aus
Abholung bei Ihnen, Direktfahrt, Einwurf innerhalb der Postzustellzeit, Protokoll mit Fotos und Zeuge. Bundesweit, auf Wunsch noch heute.